Wikingerschwert: Ein Schwert- zwei Ausführungen

Wikingerschwert aus dem X. Jahrhundert (Petersen S)

Wikingerschwert aus dem X. Jahrhundert (Petersen S)

Ein Vergleich: Schaukampf gegen Ausführung scharf und spitz

Seit Jahren besitze ich ein Schaukampfschwert vom ungarischen Schwertschmied Viktor Berbekucz. (https://www.schwertschmiedeviktor.de/de/de ). Nach Angaben von Viktor handelt es sich um einen Nachbau eines Schwertes, das in Museen in ganz Europa zu sehen ist. Zum Beispiel im Nationalmusset in Kopenhagen. (Peterson Typ S, Wheeler type: III)

Daten Schaukampfausführung:

Gesamtlänge 88 cm
Klingenlänge: 71cm
Grifflänge: 12 cm
Knauf: 5 cm
Klingenbreite am Parier: 40 mm
Balancepunkt: 9 cm vor Parier
Gewicht: 1220 gr.

 

Das Schwert ist ganz nach meinen Geschmack, und es erfreute mich, dass ich im August 2017 im Internetshop von Silvio Overlach (https://www.schwertshop.de/) das gleiche Schwert in einer scharfen, mit Spitze versehenen, Ausführung fand. Hier wird die Grifflänge mit 16cm angegeben. (Ich vermute damit ist der Griff INCLUSIVE des Knaufs gemeint.)

Frühmittelalterschwerter, die in Museen zu sehen sind, haben selten größere Grifflängen als 9 cm. Das wollte ich auch haben. Also nahm ich Kontakt zum Shopbetreiber auf, der wiederum zu Viktor, und es war kein Problem mir das Schwert mit einer Grifflänge von 9 cm fertigen zu lassen. Ich musste mich nur noch ca. 10 Wochen gedulden. Zu meine Überraschung ist die Klinge wirklich scharf geschliffen. Ich hätte mit einer 1 mm Schlagkante (wie bei Dekoschwertern) gerechnet.

Daten scharfes Schwert:

Gesamtlänge 87cm
Klingenlänge: 73 cm
Grifflänge: 9 cm
Knauf: 5 cm
Klingenbreite am Parier: 45 mm
Balancepunkt: 9 cm vor Parier
Gewicht: 1060 gr.

Vergleich:

Die Schaukampfausführung weißt im Vergleich zu den historischen Vorbildern andere Proportionen auf. Der Griff ist zu lang und das Gewicht zu hoch. Es ist hergestellt, um damit Schaukampf zu betreiben. Damit meine ich, durch die Grifflänge lässt es sich sehr gut mit Schutzhandschuhen führen.

Die Ausführung in „scharf und spitz“ kommt in den Proportionen den historischen Schwertern näher. Wenn es darum geht, zu zeigen, wie die Schwerter dieser Zeit ausgesehen haben, ist es besser geeignet. Der Griff mit der Länge von 9 cm nimmt die Hand förmlich auf. Es fühlt sich einfach gut an. Die Hand kann beim Führen des Schwertes nicht verrutschen. Der Knauf haut nicht ins Handgelenk wie es bei der Schaukampfausführung ohne Handschuh tut.

Beide Schwerter im Vergleich. Oben die Schaukampfausführung

 

Fazit

Ich bin froh, dass ich mir diese Ausführung gegönnt habe. Mir ist bewusst, dass ich das Schwert nicht mit auf einen Mittelaltermarkt nehmen kann, denn es fällt eindeutig unter das Waffengesetz.

Blöderweise passt die Schwertscheide meines Schaukampfschwertes nicht und ich muss mir eine neue herstellen. Ich freue mich schon auf diese Arbeit.

Schnitttest werden folgen…