Wikinger Schild

Erfahrungen beim Bau eines Rundschildes (Wikingerschild)

Dies hier soll keine Bauanleitung darstellen. Vielmehr möchte ich einige Erfahrungen mit Euch teilen.

Holz

Mein Schild besteht aus 10 mm Buche Sperrholz. Für leichten Schaukampf müsste auch 8 mm ausreichend sein, denn Buche ist sehr stabil im Vergleich zu Pappel. Solltet Ihr darauf Wert legen, dass Euer Schild nicht all zu schwer wird, würde ich raten auf ein anderes Holz auszuweichen. Pappel dürfte das leichteste sein. Es geht aber auch Esche (schwerer zu bekommen) oder Kiefer. Dann empfehle ich aber auf jeden Fall 10mm Stärke zu verwenden. Die meisten Schilde, die Ihr im Netz findet haben ein Durchmesser von 60cm. ” Die Mehrheit (gefundener Schilde) mißt zwischen 75 und 95cm. (Quelle: reenactment.de) Bedenkt aber: Je größer das Schild, umso schwerer wird es und Ihr könnt nicht mehr so leicht hinter dem Schild hervorblicken. Natürlich hat es Euer Gegner auch schwerer Euch zu treffen. Mein Schild hat ein Gewicht von 3,2 kg und einen Durchmesser von 60 cm.

Vorderseite

Die Vorderseite des Schildes ist mit Leinen (einfach) beklebt. Dazu wird Holzleim mit Wasser verdünnt und auf das Holz gestrichen. Ich habe hierzu eine Schaumstoffrolle verwendet. (Malerbedarf) Dann das Leinen auflegen, glattziehen und mit Leim überstreichen. Tocknungszeit: über Nacht. Nun könnt Ihr Euer Schild bemalen.

Schildbuckel

Der Schildbuckel den ich verwendet habe ist brüniert. Bezug Mittelalterladen Mainz “Schildbuckel brüniert nach Gokstad-Fund Preis 17,95 EUR (Stand Sep. 2010)” Er hat einen Durchmesser von 18cm und ist 2mm stark. Der Schildbuckel hat bei der Lieferung 4 Befestigungslöcher. Ich habe 4 weitere hinzu gebohrt.

Kantenschutz

Der Kantenschutz besteht aus Rohhaut. Die bekommt Ihr in Form von Hundekauknochen. Beim Kauf achtet auf folgendes: Benötigt werden 2-3 Knochen. Diese Knochen haben am Ende einen Knoten. Nur diese lassen sich in Wasser einweichen und in Streifen schneiden. Die Häute sollten eine gleiche Stärke aufweisen. (Bei mir leider nicht) Die Knochen werden mindestens 1 Tag in Wasser eingelegt, danach in Streifen geschnitten. Ich habe eine Breite von 5 cm gewählt, so dass ein Streifen von 2 cm vorn und hinten am Schild zu sehen ist. Danach um den Schild legen. Ich habe sofort Löcher (2,5mm) im Abstand von ca. 5cm durch die Haut und das Holz gebohrt und Nägel hindurchgeschlagen. Zum Thema Nägel: Ihr könnt natürlich handgeschmiedete Nägel verwenden. Es gehen auch Hufnägel, wie sie Pferdeschmiede verwenden. Ich habe mich für Dachpappnägel Größe 2,8mm x 35mm entschieden. Die bekommt ihr im Baumarkt für kleines Geld. Diese Nägel sind feuerverzinkt und werden demnach nicht rosten. Wenn dann die Haut getrocknet ist (ca. 2 Tage) werden die Nägel auf der Rückseite erst mit einer Zange krumm gebogen, danach mit einem Hammer platt geklopft.
schild_hinten
Schild von hinten

 

In neueres Projekt (Mai 2016) Schild in Blankenbauweise