Spinnrad “Dyr Dalr” (Eigenbau)

P1030145Der Weihnachtsurlaub hat zur Folge, dass ich meinem Weib ein Reise-Spinnrad gebaut habe. Schon vor längerm habe ich begonnen Spinnräder zu restaurieren. So konnte ich mich mit der Konstruktion verschiedener Spinnräder vertraut machen. An jedem Spinnrad fand ich Sachen, die mir gefiehlen und auch Sachen, die ich anders gelöst hätte. Auf dem Treffen der Handspinngilde im Oktober 2014 habe ich ein Reise-Spinnrad canadischer Bauart gesehen. Diese Konstruktion hatte es mir sofort angetan. Kurze Zeit später hatte ich die Möglichkeit ein solches Spinnrad vermessen zu können. (Nochmals vielen Dank)

Spinnrad “Dyr Dalr”

Es handelt sich um ein selbst gebautes Reise-Spinnrad aus Buche. Es ist ausgestettet mit einem Doppeltritt, der über eine Wippe und den Knecht das Schwungrad antreibt. Der Kopf (incl. Wirtel und Spindel) kann abgenommen und das Spinnrad für den Transport zusammengeklappt werden. Es hat einen Schwungradumfang von 48cm. Ohne Kopf hat es eine Länge von 73 cm (zusammengeklappt für den Transport.)

Zum Bau

Das Spinnrad habe ich hauptsächlich aus Buche gefertigt. Ein Buchebrett von 100 x 25 mm fand ich auf meiner Arbeitsstelle. Aus diesem Brett wurden mit einer Kreissäge Latten  von 25 x 45 mm geschnitten. Der Standfuss besteht aus 5 übereinander geleimter Latten. Das Holz für die Tritte habe ich aus dem Baumarkt. Es ist ein Leimholzbrett das als Regalboden verkauft wird. Das Schwungrad besteht aus einer 3-fach verleimten Buchenplatte. Diese bekam ich von Claudia und Markus von www.leumadia.de. Vielen Dank dafür. LEUMADIA haben ihren Sitz in der Nähe von Daun in der Eifel. Sie geben Workshops im Spinnen und Weben. Die Platte für das Schwungrad wurde mit einer Oberfräse kreisförmig ausgeschnitten. Auch die Nut habe ich mit der Oberfräse, die hierzu unter einen Frästisch geschraubt wurde, gefräst. Der Kopf ist in der Höhe verstellbar. Damit kann die Spannung des Antriebsriehmens an unterschiedliche Wirtel angepasst werden. Der Flügel wurde von mir selbst gebaut. Es kommen Spindeln von einem Achford Kiwi zum Einsatz. Der Wirtel ist mittels Magnete an dem Flügel befestigt. Es können also Wirtel mit verschiedenen Durchmessern eingesetzt werden. Der auf den Fotos zu sehende Wirtel hat einen Durchmesser von 7 und 9mm. Bei einem Raddurchmesser von 48cm (minus 1 cm Fräsung) entsteht hier ein Übersetztungsverhältnis von ca. 1:6,8 und 1:5,3.
P1030104
kurz vor dem ersten (Probe)- Zusammenbau
P1030112
erster probeweiser Zusammenbau
P1030109

 Anspinnen

Am 3. Januar war es dann so weit. Alle arbeiten waren getan. Sonja vom Elchtal (Reida lida dyr Dalr) durfte ihr Spinnrad ausprobieren. Das Spinnrad bekam den Namen “Dyr Dalr” Das ist altnordisch und heißt “vom Elchtal” Meine Konstruktion hat funktioniert. Der gesponnene Faden war von Anfang an brauchbar.
P1030113-2
Erstes Foto vom fertigen Spinnrad
P1030122
Sonja vom Elchtal beim Spinnen

 Detailfotos

P1030143
Spinnrad “Dyr Dalr”. Ansicht von hinten
P1030145
Spinnrad aus der Sicht des Spinners
P1030128
Ansicht von der Seite
P1030132
Hier sieht man das Kugellager und den Knecht
P1030152
Spinnrad zusammengeklappt. Ansicht von unten
P1030151
Spinnrad zusammengeklappt. Ansicht von vorn
P1030124-2
Kopf mit Spindel und Wirtel. Rechte Seite
P1030142
Kopf mit der Spulenbremse von der linken Seite.
P1030154
Flügel mit einer Spule vom Ashford Kiwi
P1030156
Hier sieht man die Magnete im Wirtel eingelassen. Der Wirtel kann also gegen Wirtel anderer Größen getauscht werden
P1030133
Wippe und Knecht