Schild in Blankenbauweise

oder: Jedes Jahr ein neuer Schild

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Fertiges Schild in Blankenbauweise
Im letzten Jahr hatte ich mir ein Schild gefertigt, das aus 10mm Sperrholz besteht, die Vorderseite mit Leinen bespannt ist und die Kanten mit Rohhaut umspannt sind. Das Schild hat eien Durchmesser von 85 cm und ein Gewicht von ca 5,5 kg. Das ist mir eindeutig zu schwer. Ich wollte schon immer ein Schild in Blankenbau weise besitzen. Das kommt den gefundenen Schilden näher. Leider kenne ich keine Arbeiten über den Forschungstand zu Schilden. Es stellten sich für mich einige Fragen: Waren die Blanken zueinander verleimt oder in einer Art Nut und Federsystem, wie wir es aus Haithabu kennen verbunden? (oder überhaupt nicht?) Es wird immer wieder behauptet die Schilde wären mit Rohhaut bespannt. War es wirklich so? Bei jedem Schild? So weit ich weiß, gibt es keine Funde die das belegen. Waren die Kanten mit Rohhaut umnäht oder mit einer Metallkante versehen? Bei den Aufnahmen der Fundstücke im Netz kann ich keine Löcher erkennen

Bau meines Schildes

Ich habe mich entschieden das Schild nicht zu beziehen. Ich möchte, dass die Blanken zu erkennen sind. Die einzelnen Blanken wurden aus 8mm starkem Sperrholz gefertigt. Diese habe ich  bewusst mit der Stichsäge ausgeschnitten. Diese Schnitte sind nie gerade (extra). Die jeweils nächste Blanke wurde an die voherige mit der Bandschleifmaschine angepasst. Die Blanken sind auch in unterschiedlichen Breiten hergestellt um den historischen Fundstücken optisch näher zu kommen. Ich habe mich mit Absicht für Sperrholz entschieden, da sich Vollholz in dieser Stärke zu leicht verzieht. Ich wollte nicht, dass das Schild nach dem ersten Lager verzogen ist. Zusätzlich zu der Schildfessel habe ich auf der Rückseite 2 weitere Streben zur Verstärkung angebracht. Die Rückseite wurde dunkel gebeizt, die Vorderseite mit meinen Farben (dünn angerührte Abtönfarbe) gestrichen. Die Flächen wurden erst mit Leinöl, danach mit Hartwachs resistent gegen Feuchtigkeit gemacht.
Der Schildbuckel, sowie die Schildfessel und die Verstärkungen wurden mit geschmiedeten Nägel befestigt, die auf der Rückseite über selbst hergestellten quatratischen Unterlegscheiben vernietet wurden. Den Schildbuckel habe ich bei www.zeughaus.info bestellt. Er wird verkauf als “geschmiedeter Schildbuckel 2,6mm”. (Meiners Erachtens wurde der Stahl gedrückt und bekam danach ein paar Kreisrunde Dellen, damit er wie geschmiedet aussieht.) Das Schild wurde mit Rohhautstreifen umnäht. Auch diese wurde mit Hartwachs behandelt. Das Schild hat einen Durchmesser von 70cm und wiegt ca 3,5 kg.

März 2011. Informationen zum Bau eines einfachen Schildes aus einer Sperrholzplatte