Leinen Tunika Frühmittelalter

Rote Tunika für den Mann von Welt

Der Stoff

Tunika Frühmittelalter
Tunika Frühmittelalter
Ein Bekannter hat nach dem Kauf eines Hauses auf dem Dachboden einen Fund gemacht. Es war eine Kiste voll mit alten Leinenstoffen. Der Größe der Stoffe nach zu urteilen waren es einstmals Bettlaken. Die Bahnen haben eine Webbreite von 70cm. Es sind jeweils 2 Bahnen zusammen genäht (von Hand) so dass Laken in der Größe von 1,4 x 2 m entstanden. Auf einem dieser Stoffe ist eine eingestickte Jahreszahl zu lesen: 1868. Es handelt sich also um Stoffe, die rund 150 Jahre alt sind. Da wir im Hunsrück wohnen und meine Frau immer sagt das Mittelalter im Hunsrück ging bis in die 50ziger Jahre des letzten Jahrhunderts, müsste die Jahreszahl 1868 bezogen auf den Hunsrück Frühmittelalter

Vorbereitung

Ein Laken habe ich nun zu einer neuen Tunika verarbeitet. Nach einen Kochvorgang des Stoffes wurde dieser mit „Simplicol echt Farben“ in der Farbe Herbstrot (Nr. 1534) in der Maschine bei 40 Grad gefärbt. Das Stoffgewicht betrug ca. 700gr. Eine Packung der Farbe reicht für 600gr. Stoff bei maximaler Färbung. Es ist eine schön gleichmäßige Farbgebung entstanden.

Zum Schnitt

Brustansicht
Brustansicht
Die Frontseite der Tunika habe ich aus 5 Teilen zusammengesetzt. Hier habe ich mich vom Schnitt der „Viborg Tunika“ inspirieren lassen. (http://www.forest.gen.nz/Medieval/articles/Viborg/VIBORG.HTM) Die Rückseite ist aus einem Stück geschnitten. Die Arme am Brustansatz wurden zusätzliche Verbreiterungen (Dreieicke) angenäht. Auf Schlitze im unteren seitlichen Bereich habe ich verzichtet. Auch hier fanden Dreiecke Verwendung um die Bewegungsfreiheit herzustellen.

Nähte

Alle sichtbaren Nähte habe ich mit blauem Stickgarn von Hand genäht. Die Nähte wurden doppelt im Abstand von 2 cm ausgeführt und sollen so zum Schmuck der Tunika herhalten. Auf eine Borte verzichte ich ganz bewusst. Hier könnt ihr ein Schnittmuster im pdf-Format downloaden.