Borte Birka 20

  Broschierte Brettchenborte B20, gefunden in Birka –

Vorwort:

In der Handelsstadt Birka lag im Frühmittelalter ein kommerzielles Zentrum in Schweden. Ungefähr zwischen 800 und 975 n.Chr. stand Birka im Handelsverkehr mit Westeuropa und über Russland mit dem Orient. Von dort wurden Güter, wie zum Beispiel Seide eingeführt.
Durch die Ausgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Teile davon wieder ans Tageslicht. Unter anderem Seidenborten, broschiert mit Silber und Gold.

Meine Arbeit

Brettchenborte Birka 20

Nach über 6 Monaten habe ich die Borte nun vom Rahmen. Wochenlang hatte ich kaum Zeit, noch Lust, daran weiter zu arbeiten. Letzt endlich sind es 3m Borte geworden. 3cm breit. Ein Webdurchgang ergab ein Muster von ca. 20 cm Länge. Ich brauche ca 1 Stunde für 10 cm Borte zu weben. Es stecken also ungefähr 30 Stunden in dieser Arbeit.

Material:

Kette: Holst Garn Lauflänge ca. 575m / 100g (Wolle)
Farbe der Kette: Indigo
Schuss: Leinengarn
Broschierfaden: Anchor Metallic Silber, (25 g / 100m)

Die Aufnahmen entstanden am Odinsnack in Bornich
Brettchenborte Birka 20
Birka 20
Webbrief als .jpg

Hier könnt ihr den Webbrief als pdf herunter laden.

Webbrief: Borte BIRKA 20

Informationen zum originalen Band

Birka III
Die Textilfunde aus den Gräbern
von Agnes Geijer

Download des Buches: http://historiska.se/birka/digitala-resurser/litteratur/digitaliserad-litteratur/

 

B 20. GRAB 735. Brettchenband mit Silberschuss. In der eigentlichen Musterpartie 16 ganzseidene Br. Jeder Rand besteht aus 2 Partien, die durch längsverlaufende Brettchenschnüre von einander abgegrenzt sind. Die Innenborten sind gemustert und bestehen aus 4 vollständigen Br. Der äußere Rand war schlicht und bestand wahrscheinlich aus 3 oder 4 leinenen Br., die jetzt vermodert sind. Insgesamt 34 oder 36 Br. Die Unterseite ist dicht, in der Regel mit der gleichen Schnurrichtung, doch mit Unregelmäßigkeiten, die darauf deuten, dass die Brettchen mitunter während der Arbeit den Platz gewechselt haben. Diejenige Schnur, die die Musterpartie abgrenzt, ist auf der Unterseite durch eine Vertiefung markiert. Dieses unter den Birkabändern einzigartige Muster arbeitet mit 3 Flächeneffekten: glattes Silber mit einzelnen Seidenstichen, fleckige Silberfläche, sowie eine dichte Seidenfläche, die mit stückweise verlaufenden Brettchenschnüren ausgefüllt ist. Die Ausführung weist einzelne Unregelmäßigkeiten oder Fehler auf, die wie bei Nr. 19 erkennen lassen, dass das Muster mehr oder weniger direkt einer anderen Gattung entnommen und für diese Technik adaptiert wurde.

Unter den 5 größten (doch ziemlich stark beschädigten) Fragmenten finden sich 3 Stellen, die wahrscheinlich Anfang oder Ende des Gewebes darstellten; das Brettchenband ist hier ganz schlicht, ohne Effektschuss oder Muster. Unmittelbar neben einer solchen Stelle wurde in einer Länge von ungefähr 2 cm Seide statt Silber als Effektschuss verwendet. Schussdichte 14 per cm. Breite 17 mm. Längen ungefähr 17, 15, 12, II und 5 cm sowie kleinere Fragmente.